Informationen für Betroffene und Angehörige
 
Heuschnupfen
Wissenswertes zu Heuschnupfen

Menschen die unter Heuschnupfen leiden, können je nach Art der Allergie das ganze Jahr über von Symptomen betroffenen sein. Der Pollenflug beginnt bereits im Januar mit Hasel- und Erlenpollen. Im Frühling blühen Birke und Weide und den gesamten Sommer über können Gräser- und Kräuterpollen fliegen. Einen aktuellen Überblick über die Blütezeiten erhalten Betroffene durch sog. Pollenflugkalender. Neben den Jahreszeiten spielen auch Faktoren wie Höhenlage und Besiedlung eine Rolle bei der Pollenbelastung. Diese ist z. B. am Meer und in den Bergen geringer als in dicht besiedelten Städten.

Wissenswertes zu Heuschnupfen

Blühzeiträume allergierelevanter Pflanzen

Blütenpflanzen bilden Blütenstaub (Pollen), der die männlichen Geschlechtszellen enthält. Er besteht aus sehr kleinen Körnchen, den Pollenkörnern. Der Pollen wird z. B. von Insekten oder vom Wind von einer Blüte auf eine andere übertragen. Damit wird die Blüte befruchtet und die Pflanze kann Samen oder Früchte bilden.

Blütenstauballergien sind unter der umgangssprachlichen Bezeichnung Heuschnupfen bekannt. Menschen mit Heuschnupfen reagieren allergisch auf Stoffe, die in Pollenkörnern enthalten sind. Bis heute weiß man nicht genau, warum der Pollen zum Allergen für Blütenpollenallergiker wird. Die verschiedenen Inhaltsstoffe, u. a. Proteine, Lipide, Zucker und andere, z. T. noch nicht bekannte Stoffe, werden nach Kontakt des Pollens mit den menschlichen Schleimhäuten freigesetzt und führen zu Überempfindlichkeitsreaktionen. Symptome wie Schnupfen oder tränende Augen treten häufig bei Heuschnupfen auf, sind aber abhängig von den Blühzeiträumen und verringern sich i. d. R. mit dem Ende der Blütephase der jeweiligen allergieauslösenden Pflanze wieder bzw. verschwinden ganz.

Meist reagieren Betroffene mit Heuschnupfen mehr auf mehr als eine Pollenart, so sind manche z. B. allergisch gegen ein oder zwei unterschiedliche Baumpollenarten und gegen Gräserpollen. Auch kann Heuschnupfen mit allergischen Reaktionen auf bestimmte Nahrungsmittel einhergehen (z. B. Birkenpollenallergie mit Allergie gegen Äpfel und Haselnüsse).

Wer muss sich wann vor was in Acht nehmen?

Blütenpollenallergiker z. B. müssen inzwischen schon vor Beginn des Frühling mit den ersten Symptomen von Heuschnupfen rechnen. Der erste Pollenflug beginnt bereits Ende Januar. Die Pollenbelastung ebbt dann ca. Ende Juli ab, da die Blütephasen der meisten allergieauslösenden Pflanzen zu dieser Zeit abgeschlossen sind. Allerdings muss auch darüber hinaus noch mit (geringerem) Pollenflug, und folglich mit Symptomen von Heuschnupfen, gerechnet werden. Denn heutzutage ist die Pollenbelastung insgesamt im Vergleich zur Pollenflugsaison vor 15 Jahren intensiver und der Belastungszeitraum länger. Teilweise ist bis September mit allergischen Reaktionen durch Pollenkörner zu rechnen.

Pollenflugzeiträume

Die Blühzeiträume unterscheiden sich von Pflanze zu Pflanze, aber auch regional. Abhängig von der Witterung und dem Klima setzt die Blütephase allergieauslösender Pflanzen zu jeweils unterschiedlichen Zeiten ein. Bereits in den Wintermonaten beginnt mit dem Austreiben der sog. Frühblüher die Blüte allergieauslösender Pflanzen.

Die Pollenflugsaison beginnt etwa Ende Januar mit Hasel- und Erlenpollen. Das sommergrüne Zier- und Nutzbaumgewächs Hasel (Corylus) findet man in Regionen mit feuchtem Boden. Vor allem in Wäldern mit starkem Buschwerk oder in Hecken wächst diese Pflanze aus der Familie der Birkengewächse gerne. Charakteristisch für die Haselblüte sind die hängenden Blütenkätzchen. Die Blütephase dauert meist bis etwa April.

Ähnlich der Hasel kann die Blütezeit der Erle (Alnus) schon im Januar/Februar beginnen, sodass bei Betroffenen mit Heuschnupfen allergische Reaktionen zwischen Ende Februar und Anfang März zu erwarten sind. In Mitteleuropa treten die drei Erlenarten Grün-, Grau- und Schwarzerle auf, die zu den weitverbreiteten Birkengewächsen zählen.

Hauptvertreter der Birkengewächse ist die Birke (Betula). Die Blütephase dieses Frühblühers beginnt schon Ende März und kann bis Juni dauern. In Mitteleuropa sind ca. 40 verschiedene Birkenarten verbreitet. Auch in Nordamerika und Asien treten Arten der Birkengewächse auf. Ebenfalls zwischen März und Mai blüht die Weide (Salix). Von der Weide sind zwischen den gemäßigten Klimazonen und der Arktis ca. 450 Arten verbreitet. Auch in südlichen gemäßigten Gegenden sowie in den Tropen kommen Weiden bzw. Untergattungen dieser Pflanze vor. In Mitteleuropa dauert die Blüte der 30-40 hier verbreiteten Arten i. d. R. nur bis Anfang April.

Gräser- und Kräuterpollen hingegen beginnen etwa ab Mai zu fliegen und belasten den von Heuschnupfen Betroffenen manchmal bis in den September hinein. Wie erwähnt sind viele Menschen mit Heuschnupfen auf Gräserpollen allergisch. Zu den Gräserpollen gehören z. B. Getreidesorten wie Weizen und Roggen sowie Kräuterarten wie Wegerich, Sauerampfer und Beifuß.

Wichtige Faktoren für den Pollenflug sind auch die Höhenlage und die Besiedelung. Die Pollenbelastung ist am Meer bzw. in den Bergen grundsätzlich eher gering. In städtischen Regionen ist die Pollenbelastung vor allem abends stark, auf dem Land dagegen morgens. Der Pollenflug beginnt morgens bereits gegen fünf Uhr, wenn der Tau abtrocknet. An warmen, trockenen, windigen Tagen ist der Pollengehalt der Luft besonders hoch, am niedrigsten ist er bei Regenwetter. Pollen kann sehr weit fliegen (bis zu 500 km).

Eine aktuelle Übersicht über die Blütezeiten verschiedener Pflanzen erhalten Betroffene mit Heuschnupfen beim Polleninformationsdienst in Kooperation mit dem Deutschen Wetterdienst im Internet unter www.dwd.de/pollenflug.

27. Juni 2014
Für von chronischen Erkrankungen Betroffene gibt es Möglichkeiten, wie z. B. Kurreisen, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Der Verband der Heilklimatischen Kurorte Deutschlands e. V. fasst die wichtigsten Punkte rund um die Heilklima-Kur bei Allergien, Asthma und Neurodermitis zusammen.
  
26. Juni 2014
Die Zahl der allergischen Erkrankungen ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Viele Eltern sind deswegen bei Symptomen wie Bauchweh, Durchfall oder Rötung und Schwellung der Haut ihres Kindes besorgt, dass eine Nahrungsmittelallergie dahinter stecken könnte.
  
24. Juni 2014
Eine gute Darmgesundheit ist ein wichtiges Ziel der Ernährungsberatung auch bei Allergikern, denn sie ist nicht nur eine wichtige Voraussetzung für das Wohlbefinden, sondern auch für eine gute Immunabwehr. Die beste Basis für eine regelmäßige Verdauung und eine gesunde Darmflora schafft eine vollwertige Ernährungsweise.
  
13. Juni 2014
Wasch- und Reinigungsmittel sind selten frei von Duft- und Konservierungsstoffen. Einige dieser Stoffe stehen im Verdacht, Allergien auszulösen. Für die Hersteller von Wasch- und Reinigungsmitteln sollte die Vermeidung allergischer Reaktionen an oberster Stelle stehen.
  
03. Juni 2014
Ausgeglichene Allergiker leiden offenbar seltener unter Schüben als gestresste. Das berichtet die "Apotheken Umschau" unter Berufung auf Allergologen von der Ohio State University, die 179 Betroffene drei Monate lang beobachtet haben. In diesem Zeitraum erlitten 39 Prozent der Teilnehmer mehr als einen Allergieschub.
  
Therapie Heuschnupfen

Da es nahezu unmöglich ist, den Kontakt mit den allergieauslösenden Pollen vollständig zu vermeiden, können bestimmte Medikamente oder langfristig eine Spezifische Immuntherapie den Betroffenen helfen. Medikamente dienen der akuten Behandlung von Heuschnupfen-Symptomen. Man unterscheidet dabei zwischen Mastzellstabilisatoren, Antihistaminika und kortisonhaltigen Medikamenten. Die Einnahme von Mastzellstabilisatoren sollte rechtzeitig geplant werden, da sich eine Wirkung erst nach ca. 1-2 Wochen einstellen kann. Bei den Antihistaminka und den kortisonhaltigen Medikamenten sollte eine lindernde Wirkung relativ direkt eintreten, wobei Kortison nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden sollte.

Auf eine genaue Ursache für die Entstehung des Heuschnupfens konnte man sich bis heute nicht festlegen. Es gibt Vermutungen darüber, dass genetische Faktoren, Ernährungsgewohnheiten oder eine zu starke oder zu schwache Pollenbelastung in der Kindheit eine Rolle spielen können.

Es handelt sich beim Heuschnupfen um eine Überreaktion des Immunsystems. Beim ersten Kontakt mit dem allergieauslösenden Stoff kommt es zu einer vermehrten Antikörperproduktion in Verbindung mit der Produktion von Botenstoffen, wie z. B. Histamin. Man nennt diesen Vorgang Sensibilisierung. Findet ein weiterer Kontakt mit diesem Stoff statt, sorgt die sofortige Aussendung der Botenstoffe für die typischen Symptome des Heuschnupfens.

Bei einem Heuschnupfen kommt es zu einer Überreaktion des Immunsystems, die Symptome wie Schnupfen, Juckreiz oder ein Brennen im Mundbereich verursachen kann. Man bezeichnet den Heuschnupfen auch als Pollenallergie, da verschiedene Arten von Pollen der Auslöser für diese Form der Allergie sind. Dazu zählen Gräserpollen sowie Pollen von Laubbäumen und Kräutern. Mithilfe eines Pollenflugkalenders können sich Betroffene darüber informieren, wann der jeweilige Pollenflug am stärksten ist. Die mit dem Heuschnupfen verbundenen Beschwerden können durch Medikamente gelindert oder durch eine Sensibilisierung langfristig verbessert werden. Ein Heuschnupfen sollte nicht unterschätzt und frühzeitig behandelt werden, da er zu allergischem Asthma oder Kreuzallergien führen kann.